Chronik

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Gründung des Borromäus-Vereis in Bonn
Der Verein hatte es sich zur Aufgabe gemacht, dem „verderblichen Einflusse, den die schlechte Literatur auf alle Klassen der bürgerlichen Gesellschaft ausübt, durch die Vergünstigung und Verbreitung guter Schriften entgegen zu wirken“ und der katholischen Bevölkerung den Zugang zu guten Schriften durch Ortsvereine zu ermöglichen.

1852 Gründung des Ortsvereins in BorkenÜber die Anfangsjahre der Borromäus-Bücherei gibt es nur wenige Informationen. Bekannt ist lediglich, dass ein Kanonikus als Bücherei-Beauftragter die Leitung inne hatte und ihm schon damals ehrenamtliche Helfer zur Seite standen.
Zeitungsartikel vom 29.12.1906
Kanonikus Erdland bittet die „Teilnehmer“ (d.h. Vereinsmitglieder) und „Leser“ um Rückgabe der Bücher und um Zahlung der Jahresbeiträge für den Borromäus-Verein: 6 Mark, 3 Mark und 1,50 Mark für „Teilnehmer“ und 1 Mark für „Leser“. Vereinsmitglieder bekamen 1 Buchgeschenk im Jahr, das den Wert des Beitrags i.d.R. überstieg.

1911 Die Bücherei verzeichnet 151 Vereinsmitglieder, 62 Leser und 2100 Bände mit stolzen 6884 Ausleihen, schließlich
fand die Ausleihe nur am 1. und 3. Sonntag des Monats in der Schule statt: von 11-12 Uhr für die Bauernschaft und
von 16-17 Uhr für die Stadt.
Neue Entwicklung für die „Öffentliche Borromäus-Bücherei Borken“
Der erste Vertrag mit der Stadt Borken wurde geschlossen. Die gesamten Buchbestände der städtischen Volksbücherei gingen in die neu gegründete „Öffentliche Bücherei e.V. Borken“ über. Bei der Einstellung weiterer Bücher hatte die Bücherei nun auf die Interessen aller Konfessionen und Parteien Rücksicht zu nehmen. Die Stadt entsandte zwei stimmberechtigte Vertreter in den Vorstand der Öffentlichen Bücherei und gewährte jährlich mindestens 400 RM, die im Haushaltsplan festgelegt wurden.
1939 – 1945 Kriegsjahre
Diese in wirtschaftlicher Not fruchtbare Zusammenarbeit fand in der Kriegszeit ein jähes Ende: Bis 1943
beschlagnahmte die Gestapo 5134 von 5696 Bänden und hinterließ lediglich einen spärlichen Restbestand von 562
Bänden. Dieser Rest wurde mit dem gesamten Inventar im März 1945 durch „Feindeinwirkung“ zerstört.

Wiederaufbau
Man fing mit Hilfe von Buchspenden aus der Bevölkerung im Kindergarten an der Johanneskirche mit einem
Minimalbestand wieder an. Drei Jahre später erinnerte man sich an die gute Zusammenarbeit vor dem Krieg und
Kanonikus Benker bat den Magistrat der Stadt an den Vertrag von 1929 wieder anzuknüpfen. Seinem Antrag
wurde entsprochen und der daraufhin geschlossene Vertrag bildete die Grundlage für alle weiteren Verträge und
Übereinkünfte zwischen der Kirchengemeinde und der Stadt Borken. Es folgten Umzüge in einen Raum unter die Sakristei der St. Remigius-Kirche und später in die Ölbergkapelle.

Umzug in das „alte“ Kapitelshaus
Die Bücherei bekam schließlich ein eigenes Gebäude – das alte Kapitelshaus -, in dem man die Bücher erstmals als Freihandbestand präsentieren konnte, d.h. die Leser konnten sich selbst Bücher im Regal aussuchen. Auch der Kanonikus wurde nun von der Aufgabe der Leitung entbunden. Diese hatte dann über viele Jahre Karl Pöpping ehrenamtlich inne, der mit Schwester Maria Dietgard eine hauptamtliche Mitarbeiterin zur Seite bekam.Für den wachsenden Medienbestand wurden auch diese Räumlichkeiten in den 1970er Jahren zu klein, sodass nach einer anderen Lösung gesucht wurde. Diese fand der damalige Propst Kerst im Projekt der Kernsanierung „Südliche Altstadt“.

Umzug in den Vennehof
Unter der Leitung von Schwester Guida erfolgte 1980 der Umzug in den Vennehof, wo sich die Bücherei seitdem in guter Nachbarschaft mit Familienbildungsstätte und Stadthalle befindet.
Am 4. Oktober 1980 weihte der ehemalige Propst Domkapitular Pricking die neue Bücherei dort ein: eine mit
Tonkassetten- und Videoanlage ausgestattete moderne Mediothek auf 800 m2. Propst Kerst lobte in seiner
Eröffnungsansprache das ehrenamtliche Engagement jüngerer und älterer Menschen: Nicht der finanzielle Aspekt,
die Geldersparnis sei entscheidend, „viel wichtiger waren immer das Heranführen von Menschen an das Buch und
der Umgang damit“. In den vergangenen 2 Jahrzehnten unterlag das Bibliothekswesen ebenso wie der Nachrichten- und
Informationssektor einem rasanten Entwicklungsprozess.

Renovierung der Remigius Bücherei
Wo 1980 Video- und Tonkassettenanlage viel Platz einnahmen, stehen nach einer größeren Renovierung 2001 Internet-Plätze und der Online-Katalog der Remigius Bücherei.
Die Verbuchung wurde auf Computer umgestellt.

2002 150-jähriges Bestehen der Remigus Bücherei

Umstellung auf Benutzerorientierte Ausleihe
Die Sachbuchabteilung wurde in kleinere Gruppen aufgeteilt und nach Themen sortiert.
Erweiterung des Medienangebotes für Schulen und Kindergärten

Teilnahme der Remigius Bücherei am SLC
Zur Sprachförderung der Kinder beteiligt sich die Remigius Bücherei am SommerLeseClub

2008 Umstellung der Kinder- und Jugendbibliothek
Heute verzeichnet die Remigius Bücherei ein vielfältiges Angebot von 42.000 Medien: Bücher, Zeitschriften, Tonkassetten, CDs, CD-ROMs, Dias, Videos und DVDs.

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